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Gerlinde Manz-Christ

Die Kunst des sanften Siegens. Erfolgreich mit Diplomatie

24. September 2015 | 15:31 Autor: Gerlinde Manz-Christ Vorarlberg, Tirol, Wien, Steiermark, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten, Schweiz, Burgenland, Liechtenstein, Deutschland, Österreich

Ob in Wirtschaft und Management, in Gesellschaft und Politik: Wir meinen, von „Fronten“ umgeben zu sein, führen Rabattschlachten, registrieren Bedrohungen, bilden Allianzen und erobern den Markt. Verantwortliche in Wirtschaft und Gesellschaft haben eine Vorliebe für Kriegsrhetorik entwickelt. Doch ist Kampf die einzige Lösung für Konflikte?

Braucht es Sieger und Besiegte, damit die Verhältnisse für eine Weile geklärt sind? Destruktiver Umgang miteinander verzehrt Ressourcen und kennt am Schluss nur Verlierer. Immer mehr Menschen sehnen sich nach einem Ende der täglichen Kriege in Business, Gesellschaft und Alltag. Diplomaten weisen einen anderen Weg. Mit Klartext im Inhalt, Eleganz im Ausdruck und Achtsamkeit im Umgang werben sie für eigene Positionen, bringen Bewegung in festgefahrene Verhandlungen, nehmen Hiobsbotschaften den Stachel und setzen auf menschliches Krisenmanagement, wenn eine Beziehung auf der Kippe steht.

In Die Kunst des sanften Siegens. Erfolgreich mit Diplomatie plädiert die Business-Vordenkerin und Spitzendiplomatin Gerlinde Manz-Christ für sanfteren Wettbewerb und einen jederzeit respektvollen Umgang miteinander – unabhängig davon, wie bedeutsam die eigenen Positionen, wie entscheidend die Gespräche und wie erstrebenswert die Ziele auch sein mögen. Sie weist einen Weg zur Durchsetzung legitimer Anliegen, der das Gegenüber ebenso profitieren und im Fall von Zugeständnissen das Gesicht wahren lässt. Für sie ist Wirtschaft kein Kriegsgebiet, in dem die einen auf Kosten der anderen gewinnen, sondern ein Marktplatz, auf dem zum Wohl aller durchaus hart, aber jederzeit fair und auf Augenhöhe verhandelt wird.

Als Kommunikationsbuch der anderen Art verzichtet Die Kunst des sanften Siegens auf die Techniken und Methoden üblicher Ratgeber, die ihre Leser mit Tools und Checklisten fit für den Sieg über andere machen. Es argumentiert für eine gewandelte Kultur des Respekts, die von echtem Interesse für die Mitmenschen geprägt ist.

Diese Kultur hat nicht nur die Funktion des Verhandlungspartners, sondern wertschätzend den ganzen Menschen im Blick. Sie betont den Wert zwischenmenschlicher Beziehungen und lebt den Gedanken, dass die Pflege persönlicher Kontakte eine intelligente Investition in die eigene Zukunft ist.
Gerlinde Manz-Christ geht einen sehr persönlichen Weg, um ihre Botschaft zu transportieren. Ausgehend von ihren spannenden Erfahrungen in der Spitzendiplomatie tritt sie in einen direkten Dialog mit ihren Lesern. Sie gewährt spannende Einblicke hinter die Kulissen der Macht, erzählt von faszinierenden Begegnungen mit herausragenden Persönlichkeiten und lässt den Reiz fremder Kulturen lebendig werden.

In einzigartiger Weise führt sie ihr Publikum durch ein Stück Zeitgeschichte und vermittelt unterwegs einen neuen Geist der Kommunikation, an deren Erfolgen alle teilhaben, statt nach kurzfristigen Siegen bald selbst auf der Verliererstrasse zu landen.

Gerlinde Manz-Christ im Interview:


Warum, Frau Manz-Christ, glauben Sie, dass es Zeit für eine neue Kultur der Kommunikation in der Gesellschaft ist?
Wenn wir Wirtschaft, Politik und Gesellschaft betrachten, bemerken wir, dass es zu einer wachsenden Verrohung der Sprache kommt. So beschreiben etwa Kriegsmetaphern mittlerweile an sich ganz normale Zusammenhänge, und die Hemmschwellen, dem anderen verbal zu nahe treten, sinken kontinuierlich. Da aber Kommunikation das zentrale  zwischenmenschliche Element darstellt,  verursachen unbedacht gewählte Worte häufig eine mehr oder weniger starke Störung in der Beziehung.

Denn selbst, wenn Sie sich entschuldigen, können Sie einmal Gesagtes nicht mehr zurückholen. Stellen Sie sich eine zerbrochene Vase vor, die wieder geklebt wurde. Ganz gleich, wie akribisch Sie vorgegangen sind – sie wird nie wieder so sein wie zuvor. Ebenso geht es einer Beziehung, die einmal „verbal beschädigt“ wurde. Wenn Sie ein Unternehmen haben, kostet Sie das Geld. Stehen Sie an der Spitze einer Partei, kann es das Wohl nicht nur Ihrer Wähler, sondern aller Bürger beeinträchtigen.
 
Welche Auswirkungen hat das auf die Menschen, die in diesem kommunikativen Umfeld groß werden und die darin leben müssen?
Prominente Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind immer auch Vorbilder für den Einzelnen, leider oft negative. Sie legitimieren den respektlosen Umgang zwischen den Menschen durch ihre Leuchtturmfunktion. Dazu muss dieser Einzelne noch nicht einmal ein Anhän-ger oder gar Fan sein, der einem falschen Ideal nacheifert. Es genügt schon, in den Medien und im Beruf Tag für Tag mit diesem Mangel an Respekt konfrontiert zu werden um zu glauben, diese sprachlichen Scharmützel seien normal. Und so verändert sich die Kommunikation schleichend, oft unbemerkt, bis der Schaden schließlich offenbar wird und nur schwierig wieder zu beheben ist.

Welchen Stellenwert messen Sie den digitalen Medien in diesem Zusammenhang zu?
Einen immens großen. Prinzipiell sind die neuen Medien eine gute Sache, wenn Sie die analoge Kommunikation, Auge in Auge, ergänzen, statt sie zu ersetzen. Außerdem sollten die Regeln der Höflichkeit, die im persönlichen Kontakt gelten auch online Gültigkeit besitzen. Das scheint mir mittlerweile aber kaum noch der Fall zu sein. Der digitale sprachliche Sittenverfall läuft dem analogen voraus und spiegelt wieder auf Letzteren zurück – eine gefährliche Abwärtsspirale.

In Ihrem Buch Die Kunst des sanften Siegens sprechen Sie von „Digitaldiät“. Wie meinen Sie das? Sind wir zu digital?
Mit Digitaldiät meine ich einen sinnvollen, reflektierten und gesundheitlich verträglichen Einsatz von digitalen Medien. Praktisch bedeutet das: Qualität vor Quantität,  massvoll und gezielt eingesetzt und vor allem mit persönlicher Kommunikation verknüpft. Nur so entfalten diese Medien echte Wirkung. 
Und hier ist weniger tatsächlich mehr. Denn das erlaubt mir, mich wirklich auf die Inhalte zu konzentrieren und einen Mehrwert für mich und andere zu schaffen. Nur so mache ich die di-gitalen Medien zu einem wertvollen Teil meiner privaten Kommunikation und zu einem wirkungsvollen Instrument meiner wirtschaftlichen Existenz. Wenn wir digitale Medien zum Selbstzweck verkommen lassen, fühlen Menschen sich oft zugemüllt und klicken auch wichtige Botschaften sehr schnell weg. Kommt dann noch ein permanent roher Stil hinzu, führt die Omnipräsenz digitaler Niveaulosigkeit zu innerer Abstumpfung und zum Verlust essenzieller Regeln des Zusammenlebens. 
 
In Unternehmen entwickle ich gemeinsam mit Führungskräften jeweils eine eigene „Digitaldiät-Strategie“ mit dem besten aus den beiden Welten analog und digital. In ihr kombinieren wir die Urform menschlicher Kommunikation, Rede und Gegenrede, Auge in Auge, verbal und nonverbal, mit modernen Tools zu effektiver und effizienter Kommunikation, die Menschen verbindet und auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufbaut.
 
Der volle Titel Ihres Buchs lautet: Die Kunst des sanften Siegens. Erfolgreich mit Diplomatie. Was ist Ihr Anliegen. Gibt es nicht schon genug Kommunikationsbücher?
Bücher, die Menschen helfen, besser miteinander zu reden und effektiver zu kommunizieren, kann es kaum genug geben. Ohne Kommunikation ist Menschsein nicht denkbar. Ich verstehe Kommunikation sehr weit gefasst als „Umgang miteinander“. Ein menschliches Zusammenleben, das auf einer Grundhaltung des Wohlwollens beruht, fördert Lebensqualität, Wohlbefinden und Gesundheit – also genau das, was so viele Menschen derzeit in Unternehmen und anderen Organisationen vermissen, ja was sie teilweise regelrecht krank macht, emotional wie physisch. In meinem Buch geht es entsprechend nicht um technische Kniffe, wie wir zu einem Konsens zwingen oder überreden, der uns ein bisschen mehr hilft als dem Gegenüber. Denn genau das liefern viele Ratgeber, um Leser anzulocken. In Die Kunst des sanften Siegens beschreibe ich eine innere Grundhaltung des Respekts dem anderen gegenüber, die meine Kommunikation gegen absichtliche und versehentliche Bösartigkeiten immunisiert.

Für mich führt vom Respekt ein direkter Weg zur Herzensbildung beziehungsweise eher von der Herzensbildung zum Respekt, denn diese ist die Voraussetzung.

Zwar ist jeder Mensch zum Mitgefühl fähig, aber ob er diese Fähigkeit auch tatsächlich einsetzt und fördert, hat viel mit seiner persönlichen Entwicklung zu tun. In unserer schnelllebigen, auf Selbstoptimierung fokussierten Zeit scheint es mir nicht selten an Herzensbildung zu mangeln, was häufig über fehlenden Respekt wiederum zu unangemessener Kommunikation führen kann. Dieser Entwicklung möchte ich entgegensteuern.

Respekt führt also natürlich zu achtsamer Kommunikation? Leben wir nicht in einer Zeit, die aufs Gewinnen gegen andere ausgerichtet ist?
Wir brauchen heute mehr denn je ein respektvolles Miteinander, weil die Zahl der Kontakte rasant wächst und jeder Einzelne in immer mehr Gruppen und  sozialen Netzwerken eingebunden ist. Ohne Respekt für das Gegenüber funktioniert kein Team, keine Familie, keine Nachbarschaft, egal auf welcher Ebene. Die damit verbundene Rücksicht, Wertschätzung und Aufmerksamkeit für andere und anderes braucht eine Haltung, die von echtem Interesse für die Mitmenschen und eine wache Aufmerksamkeit für alles um uns herum geprägt ist. Wer sich respektvoll verhält, der begegnet seinem Gegenüber auf Augenhöhe und mit grundsätzlichem Wohlwollen. Das verhindert Aussagen, die als „unbedacht“ oft zu Unrecht verharmlost werden.
 
Das klingt zunächst einmal sehr schön und wünschenswert. Werden in einer solchen Welt nicht die „Wölfe“ die „Schafe“ fressen?
Das klingt jetzt so, als sei es dumm, respektvoll und wohlwol-lend zu sein und Verständnis für den Verhandlungspartner aufzubringen. Das ist es aber ganz und gar nicht – im Gegenteil. In unserer komplett vernetzten Welt ist dauerhafter Erfolg ohne andere kaum möglich. Natürlich können Sie Menschen verbal überfahren und Sie geschäftlich übervorteilen. Aber dieser Erfolg wird nicht von Dauer sein, wenn Ihr Ruf sich erst einmal herumgesprochen hat. Auf lange Sicht gewinnen die, die sich an die Regeln der Gemeinschaft halten und die in anderen Menschen nicht nur ein Mittel zur eigenen Erfolgsmaximierung sehen.
 
Ausserdem heisst es im Untertitel meines Buchs: Erfolgreich mit Diplomatie. Der Diplomatie eilt der falsche Ruf voraus, weichgespült zu sein und um den heissen Brei herumzureden. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Diplomaten können, ja müssen, klar in der Sache sein und sind es auch. Der Ton, den sie anschlagen, ist aber formvoll, elegant und gewinnend. Denn wenn Sie jemanden auf Ihre Seite ziehen wollen, bringt es wenig, wenn Sie ihn vor den Kopf stossen – vor allem, wenn sein Entgegenkommen ein starkes Zugeständnis impliziert. Nur wenn Sie verstehen, was den anderen bewegt, wenn Sie ernst nehmen, was ihn sorgt und wenn Sie zuerst den Menschen vor dem Gegner wahrnehmen, können Sie eine Welt kreieren, in der alle gewinnen, und damit auch Sie. Und genau dafür trete ich ein.  
 
GERLINDE MANZ-CHRIST
Die Kunst des sanften Siegens. Erfolgreich mit Diplomatie

Goldegg Verlag Wien, Oktober 2015
248 Seiten, gebunden ISBN: 978-3-902991-83-6
Preis: EUR 19,95

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